Gesundheitscheck für Meerschweinchen

Gesundheitsscheck beim Meerschweinchen

Gesundheitscheck für Meerschweinchen

Einem Meerschweinchen sieht man gesundheitliche Probleme häufig nicht an. Umso wichtiger ist es, die kleinen Nager in regelmäßigen Abständen einem kurzen Gesundheitscheck zu unterziehen. Tierärztin Dr. Regine Rottmayer zu den wichtigsten Untersuchungspunkten.

Allgemeinbefinden

Sie selbst kennen Ihre Tiere und deren Charaktere am besten. Sind die Kleinen neugierig und aufmerksam? Bewegen sie sich normal, unter gleichmäßiger Belastung aller vier Gliedmaßen? Und sind so aktiv, wie Sie sie kennen? Ist das schon mal ein gutes Zeichen. Wichtig ist auch, dass Futter und Wasser in normalem Maße aufgenommen werden: Meerschweinchen haben einen Stopfmagen und müssen kontinuierlich fressen, um gesund zu bleiben.

Gewicht

Je nach Fellstruktur und besonders bei langhaarigen Spezies lässt sich der Ernährungszustand eines Meerschweinchens meist nicht ganz leicht beurteilen. Regelmäßiges Wiegen gibt einen verlässlichen Überblick über die Gewichtsentwicklung des Tieres.

Meerschweinchen wiegen

So fällt nicht nur ein Gewichtsverlust auf. Die Waage zeigt auch an, wann die Leckerli-Bremse gezogen werden muss. Nimmt ein Meerschweinchen mehr als 50 g pro Woche zu oder verliert konstant über mehrere Wochen Gewicht, herrscht Handlungsbedarf.

Kot und Urin

Zeigen sich Veränderungen in Aussehen und Beschaffenheit von Kot und Urin, sollten Sie aufmerksam werden. Durchfall etwa kann durch verschiedenste Parasiten, aber auch durch Fütterungsfehler oder die Aufnahme giftiger Substanzen verursacht werden. Urinveränderungen können beispielsweise Anzeichen für Blasenerkrankungen sein.

Haut

Hautveränderungen wie Schuppen oder Ausschlag gilt es grundsätzlich genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier können neben Stoffwechselkrankheiten auch Ernährungsmängel oder Parasiten zugrunde liegen. Kleine oder größer werdende "Knubbel" auf der Haut sollten vom Tierarzt untersucht werden. Auch Meerschweinchen können an Tumoren leiden - je früher erkannt, desto besser sind die Heilungschancen.

Meerschweinchen Auge

Haare

Besonders tückisch sind Hautpilzerkrankungen beim Meerschweinchen, da sie unter anderem auch auf den Menschen und andere Tiere übertragbar sind. Eine Pilzinfektion zeigt sich häufig durch kahle Stellen im Fell. Einzig hinter den Ohren sind haarlose Stellen von Natur aus normal. Fellverklebungen im Afterbereich können auf eine Durchfallerkrankung hinweisen, die unterschiedlichste Ursachen haben kann und dringend abgeklärt werden müssen.

Augen

Gesunde Augen sind klar, glänzend, strahlend und gleich groß. Augenausfluss oder verklebte Lider können Hinweise auf eine Entzündung oder eine Reizung infolge eines Fremdkörperbefalls oder eine Allergie sein. Hier empfiehlt sich der Besuch eines Tierarztes.

Nase und Ohren

Nase und Ohren sollten trocken, unverletzt und nicht verklebt sein. Gleiches gilt für die Ohren. Auch beim gepflegten Meerschweinchen ist übrigens immer ein bisschen Ohrenschmalz sichtbar vorhanden, das darf so sein.

Maul und Zähne

Im Normalzustand ist das Maul eines Meerschweinchens geschlossen. Kopf und Kinn machen einen symmetrischen Eindruck. In der Regel ist es möglich, die Oberlippe des Tieres sanft ein wenig anzuheben und einen Blick auf die Nagezähne zu werfen. Diese haben im Normalfall eine glatte Oberfläche und glatte Ränder. Die Zähne des Oberkiefers überragen die Zähne des Unterkiefers und stehen vor ihnen. Zahnfehlstellungen müssen behoben werden, bevor es zu Beeinträchtigungen der Futteraufnahme oder zu schmerzhaften Zuständen kommt. Ganz wichtig bei Meerschweinchen ist auch die Beurteilung der Backenzähne. Diese sind allerdings nur mit speziellen tierärztlichen Instrumenten einsehbar und werden bei den regelmäßigen Gesundheitskontrollen beim Tierarzt überprüft.

Meerschweinchen Zähne

Bauch

Ein aufgeblähter, geschwollener oder „dicker“ Bauch muss nicht immer mit gutem Appetit zu tun haben. Neben schmerzhaften Verdauungsstörungen können bei weiblichen Meerschweinchen auch große Eierstockzysten die Ursache sein. Auch Tumoren können sich leider so zeigen. Ein Tier mit auffällig verändertem Bauch sollte dringend einem Tierarzt vorgestellt werden.

Dr. Regine Rottmayer ist Tierärztin und Expertin für alle Themen rund um die Heimtierhaltung. In ihrer Funktion als Coach für Mitarbeiter des Zoofachhandels unterstützt sie DAS FUTTERHAUS bei vielfältigen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten. http://www.pet-expertise.dewww.pet-expertise.de

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