Tipps zur Rattenhaltung

Weiß, wildfarben, beige oder braun, einfarbig oder mit verschiedensten, interessanten Zeichnungen: Farbratten sind charmante und besonders intelligente Hausgenossen, die ihrem menschlichen Halter meist ausgesprochen zugetan sind. Auch bei artgerechter Pflege, in der mindestens drei Tiere zusammengehalten werden, können sie sehr zahm werden.

Nachtaktive Nager

Ratten sind eher nachtaktive Nager. Tagsüber gemütlich zurückgezogen im Bau, erwachen ihre Lebensgeister erst mit dem Einsetzen der Dämmerung. Dann wird sich auf die Suche nach Nahrung gemacht, die Umgebung erkundet und gespielt. Besonders den berufstätigen Rattenhalter erfreut dieses Verhalten: Kommt Mensch am Abend nach vollbrachtem Tagewerk ins Haus, sind seine Tiere offen für Kuschel- und Beschäftigungseinheiten. Auch der tägliche Freilauf der Tiere kann so unter liebevoller Beobachtung stattfinden.

Ohne Partner geht es nicht

Der Mensch allein reicht einer Ratte keinesfalls als Lebensgefährte. Die kleinen Pelztiere sind äußerst gesellig und sollten immer in einer Gruppe von wenigstens drei (vorzugsweise gleichgeschlechtlichen) Tieren gehalten werden – so wie auch in der freien Natur, wo die sozialen Tiere gemeinsam mit einer großen Anzahl an Artgenossen ihre Zeit verbringen. Eine Rattenfamilie beschäftigt sich viel miteinander: da wird gekuschelt, geschlummert, viel kommuniziert, aufeinander aufgepasst und sich gegenseitig ausgiebig der Fellpflege gewidmet. Schließlich ist eine Ratte ein äußerst reinliches Tier, das Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt.

Von Kopf bis Pfote auf Liebe eingestellt

Ratten sind extrem vermehrungsfreudige Tiere. Geschuldet der Tatsache, dass wildlebende Ratten meist eine begrenzte Lebenszeit zur Verfügung steht, da die Tiere von jeher mit Fressfeinden, Krankheiten und auch der Nachstellung durch Menschenhand zu kämpfen haben, liegt ihre Stärke eindeutig in der Reproduktion - also einer rasanten Vermehrung, die der eher im Verborgenen lebenden Gattung ihren Fortbestand sichert.

Gleichgeschlechtliche Familienaufstellung empfohlen

Rattendamen gehören zu den fleißigsten Müttern im Säugetierreich: In einem Wurf können mehr als zehn Welpen das Licht der Welt erblicken. Kaum haben die Weibchen entbunden, sind sie auch schon wieder empfängnisbereit. Nach einer Tragzeit von ca. 21 Tagen kann bereits die nächste Rattengeneration zur Welt kommen. Jungtiere wiederum sind bereits mit fünf bis sechs Wochen geschlechtsreif und können auch von nahen Verwandten wie dem eigenen Vater oder Brüdern gedeckt werden. So kann sich ein Rattenpärchen innerhalb weniger Wochen zu einer Nagerhorde von mehr als einhundert Tieren entwickeln. Eine Geschlechtertrennung ist also unbedingt ratsam! Gemischtgeschlechtliche Gruppen sollten nur dann gehalten werden, wenn alle Böcke kastriert sind.

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Trautes Rattenheim

Die Nagergruppe benötigt ein Zuhause mit einem Maß von wenigstens 100x50x100 cm oder 80x50x120 cm – größer geht natürlich immer. Das Rattenheim bitte wenigstens auf Tischhöhe platzieren, sodass die pelzigen Mitbewohner am Familienleben teilnehmen können. Zudem halten sich Ratten vorzugsweise in höheren Bereichen auf, da sich viele ihrer natürlichen Fressfeinde auf dem Boden bewegen. Eine Platzierung des Nagerheims auf dem Fußboden würde die Tiere unter dauerhaften Stress setzen.

Die kleinen Nager sind empfindlich und sollten keinesfalls der Zugluft ausgesetzt werden. Den Standort des Rattenheimes bitte warm und hell wählen - jedoch nicht direkt am Fenster, da die Tiere bei starker Sonneneinstrahlung schnell einen Hitzeschlag bekommen können. Täglicher Auslauf ist ein Muss!


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