Das Naturaquarium

Biotopaquaristik ist eine schöne Möglichkeit, sich aktiv mit der Natur und ihren ökologischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Den Grundstein für dieses spannende Feld der Aquaristik legte der japanische Designer Takashi Amano.

Ein natürlicher Lebensraum

Mit seinem Buch "Natural Aquarium World" legte der japanische Designer 1994 den Grundstein für zwei interessante Entwicklungen: die Naturaquaristik und das Aquascaping. Dabei ist ein Naturaquarium quasi ein Aquascaping, bei dem keine Miniaturlandschaft nachgebaut, sondern ein möglichst naturnaher, fischfreundlicher Lebensraum geschaffen wird. Vorbild für ein Naturaquarium ist - wie der Name schon sagt, ein natürlicher Lebensraum.
Die meisten Aquarien in deutschen Wohnzimmern sind sogenannte Fisch-Gesellschaftsaquarien. Die Herausforderung bei der Vergesellschaftung verschiedener Arten: Sowohl dem Sozialverhalten der einzelnen Individuen, der Einrichtung des Beckens als auch den Wasserparametern muss Rechnung getragen und der bestmögliche Kompromiss soll gefunden werden. Ganz anders im Naturaquarium: Hier liegt der Fokus im Allgemeinen auf einer Fischart, auf die von der Einrichtung bis hin zur Bepflanzung alle Konstanten genau abgestimmt werden.

Grün nach Unten

Schon die Planung eines Naturaquariums ist eine geradezu detektivische Aufgabe. An erster Stelle steht die entscheidende Frage, welche Fische gepflegt werden sollen. Daraus ergeben sich viele weitere Fragen:
Wo lebt diese Art? Welche Rückzugsmöglichkeit benötigt sie? Gibt es im natürlichen Habitat der Tiere Pflanzen und wenn ja, welche?
Aspekte, die in einem Fisch-Gesellschaftsaquarium häufig keine Beachtung finden, werden plötzlich hochinteressant. So gibt es in vielen Habitaten Laub im Aquarium, welches auch im Naturaquarium nicht fehlen sollte. Überraschend ist häufig auch die Erkenntnis, dass viele Biotope unserer Zierfische pflanzenlos sind. Neben Einrichtungsaspekten muss sich sowohl Gedanken über die Strömung im Aquarium als auch über Licht und Schatten gemacht werden.

Krone der Naturaquaristik

Das "Biotopaquarium" setzt den Gedanken des Naturaquariums weiter fort und ist ein Begriff, der sich erst in den letzten fünf Jahren etabliert hat. Leider ist die Begrifflichkeit "Biotop" etwas unglücklich gewählt: Ein Biotop ist ein großflächiger Komplex aus verschiedenen Einzellebensräumen, also Habitaten. In der Biotopaquaristik lautet das Ziel folglich, ein Habitat nachzustellen - kein Biotop. Wer ein Biotopaquarium aufbaut, wählt ein spezielles Einzelhabitat aus. Die Aquariengröße richtet sich nach den Lebensgemeinschaften, die dort zu finden sind. Hier zählt übrigens nicht nur das Wasservolumen, auch die Größe der Grundfläche sowie die Seitenhöhe können je nach Anforderung variieren. Dabei ist es durchaus möglich, nur einen Teilausschnitt mehrerer Arten, die im ausgewählten Habitat vorkommen, zu pflegen, oder sich ausschließlich auf eine Fischart zu konzentrieren. Das Bewusstsein für eine gesunde Mitwelt und der Umgang mit natürlichen Ressourcen ist eine unserer wichtigsten Zukunftsaufgaben. Die Natur- und besonders die Biotopaquaristik bietet vielfältige Möglichkeiten, sich mit der Natur und ihren ökologischen Zusammenhängen auch im heimischen Wohnzimmer auseinanderzusetzen.

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